Ein Konzept zum professionellen Umgang mit Gewalt und Aggression im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen.

Deeskalationskonzept

„Professionelles Deeskalationsmanagement“ (ProDeMa®) ist ein patentiertes, umfassendes, praxisorientiertes, evaluiertes und erfolgreiches innerbetriebliches Präventions-, Handlungs- und Trainingskonzept mit z.Z. über 2.500 ausgebildeten Trainern in über 950 Institutionen in Deutschland, Österreich, Luxemburg, der Schweiz und Italien.

Was verstehen wir unter Deeskalation?

Deeskalation ist eine Maßnahme, welche die Entstehung oder die Steigerung von Gewalt und Aggressionen erfolgreich verhindern kann. Um psychische oder physische Beeinträchtigungen oder Verletzungen eines Menschen zu vermeiden, wann und wo immer das möglich ist.

Was ist Deeskalationsmanagement?

Das Deeskalationsmanagement umfasst die Planung, Durchführung und Koordination sämtlicher Maßnahmen für einen optimalen Umgang mit Gewalt und Aggression in einem System z.B. einer Institution, einer Station, einem Team.

Unser Leitbild

Der Mitarbeiter hat ein Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz und auf Schulung im optimalen Umgang mit Gefahrensituationen, die durch den Betreuten entstehen können.


Der kranke oder behinderte Mensch hat ein Recht auf geschultes Personal, das mit seinen unvermeidbaren Anspannungszuständen und aggressiven Verhaltensweisen professionell umgehen kann.

Unser Ziel ist die Vermeidung von psychischen und physischen Verletzungen jeder Art sowohl des Mitarbeiters als auch des Betreuten.

Das ProDeMa®-Stufenmodell

Das Stufenmodell der Deeskalation stellt anschaulich dar, auf welchen unterschiedlichen Ebenen die Deeskalation oder Vermeidung von Gewalt und Aggression stattfinden kann. Dabei greifen sämtliche Deeskalationsstufen in ihrer Wirkung ineinander und müssen deshalb alle bei der Implementierung und Schulung in Institutionen berücksichtigt werden.

Fachbereiche

Spezialisierte Deeskalationsmöglichkeiten garantieren ein Optimum an praktischer Umsetzbarkeit. Unser Deeskalationskonzept ist an die jeweiligen spezifischen Bedürfnisse der Institution und der Klient*innen angepasst.

Psychiatrie und Forensik

Dieser Fachbereich ist spezialisiert auf den deeskalierenden Umgang mit Patienten und Angehörigen im klinischen und ambulanten Setting von Psychiatrien und forensischen Einrichtungen. Patient*innen reagieren in vielerlei Situationen immer wieder mit heftigsten aggressiven Verhaltensweisen. In forensischen Einrichtungen erweitert sich die Problematik um die Klientel der dissozialen Patienten und der Patienten mit anderen Persönlichkeitsstörungen.

Allgemeinkrankenhäuser, somatische Kliniken, Reha-Kliniken, Kur-Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, Arztpraxen

Die Ausprägungen der eskalierenden Situationen in Ambulanzen, Rettungsstellen, Intermediate Care und Intensivstationen sind sehr unterschiedlich. Während in aufnehmenden Bereichen Intoxikationen, echte und scheinbare Notfälle, Wartezeiten und empfundene Ungleichbehandlung bei den Patienten oder Angehörigen die häufigsten Auslöser für Aggressionen sind, ist in der stationären Versorgung der hohe Anteil an betagten Menschen besonders hervorzuheben, welche von einer Vielzahl an Vorerkrankungen und physischen oder neurologischen Einschränkungen betroffen sind.

Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigung, Wohnheime, Werkstätten, Tagesstätten, Einrichtungen der Gehörlosen- und Blindenhilfe

Herausfordernde und aggressive Verhaltensweisen von Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Beeinträchtigung können unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten mit kommunikativen und nonverbalen Deeskalationstechniken verhindert werden. Die Wahrscheinlichkeit aggressiven Handelns kann durch Vermeidung aggressionsauslösender Reize im täglichen Umgang miteinander um ein Wesentliches reduziert werden.

Gerontopsychiatrie, Alten- und Pflegeeinrichtungen, betreute Wohneinheiten, ambulante Pflegedienste etc.

Bedingt durch die Notwendigkeit körperlicher Nähe bei den Pflegemaßnahmen kommt es bei Pflegenden besonders häufig zu körperlichen Übergriffen. Die „sichere Annäherung“ ist deshalb ein wichtiger Schwerpunkt innerhalb der Ausbildung. Ein weiterer Schwerpunkt ist der deeskalierende Umgang mit desorientierten und dementiell erkrankten Bewohnern, aber auch die Betreuung von jüngeren Menschen, die wegen psychischer Erkrankungen u.a. Erkrankungen in stationären Pflegeeinrichtungen zunehmend betreut werden müssen.

Ambulante und stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Einrichtungen der Jugendarbeit und Kinder- und Jugendpsychiatrie, alle Schularten

Alle Inhalte dieses Fachbereiches sind auf die spezifischen Gegebenheiten im Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab einem Alter von ca. 9 Jahren, im ambulanten und stationären sowie im pädagogischen und klinischen Setting angepasst. Das Thema Regeln und Grenzen spielt hierbei eine besondere Rolle.

Kindertageseinrichtungen, Kindergärten und Einrichtungen, die Angebote für Kinder und Kleinkinder bis zu einem Alter von ca. 8 Jahren vorhalten

Die Inhalte der Ausbildung sind auf die spezifischen Gegebenheiten im Umgang mit Kindern bis zu einem Alter von ca. 8 Jahren im ambulanten und stationären sowie im pädagogischen und klinischen Setting angepasst.

Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei

In vielen Notfall- und Krisensituationen reagieren Patienten, Angehörige und Betroffene (PAB) mit z.T. heftigsten aggressiven oder sonstigen agitierten Verhaltensweisen, z.B. bei Verkehrsunfällen, Bränden, medizinischen Notfallversorgungen, Evakuierungen, feiernden Menschenansammlungen, Zwangseinweisungen, Katastrophen etc. Besonders PAB´s mit Alkohol- und Drogenintoxikationen, psychiatrischen Erkrankungen und plötzlichen Angst- oder Schockreaktionen machen allen Einsatzkräften vor Ort zu schaffen. Unbekannte Einsatzorte (z.B. Wohnungen) und beengte Räumlichkeiten (z.B. im Rettungswagen) erfordern spezielle deeskalierende Vorgehensweisen und besondere Sicherheitsaspekte.

Sicherheit & Ordnung (SIO)

Dieser Fachbereich wurde entwickelt für Mitarbeiter*innen in Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, Behörden, Gerichte, Polizei, Zoll sowie Sicherheits- und Ordnungsdienstleistende. Bei der Um- bzw. Durchsetzung von notwendigen Maßnahmen kommt es immer wieder zu angespannten und belastenden Situationen, die für alle Beteiligten herausfordernd sind.

Verwaltung

Der tägliche Kontakt zu Menschen, die aus vielfältigen Gründen, Zwängen oder Nöten eine Dienststelle, Behörde, Verwaltung oder Servicestelle aufsuchen, kann für Mitarbeitende sehr belastend werden. Dies gilt vor allem dann, wenn während des Kontakts heftige Emotionen entstehen. Auch im Kundenservice und im Außendienst erleben Mitarbeitende immer wieder drastische Eskalationen.

Der Balanceakt von Kundenorientierung auf der einen Seite und Durchsetzung von unangenehmen Maßnahmen bzw. ablehnenden Bescheiden andererseits, erfordern ein hohes Maß an Handlungskompetenz. Betroffene fühlen sich in solchen Situationen überfordert, da sie für derartige Herausforderungen oft nur unzureichend vorbereitet sind.

Diese Ausbildung vermittelt spezialisierte Strategien, Verhaltens- und Handlungsempfehlungen zum professionellen Umgang mit herausfordernden und aggressiven Verhaltensweisen.

Einrichtungen mit Klientel verschiedenster Kulturen, Religionen oder Sprachen

In Krisensituationen reagieren Klient*innen sowie Angehörige mit Migrations- oder Fluchthintergrund zum Teil mit unerwarteten oder herausfordernden Verhaltensweisen. Um Konflikte und interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, emotionales Befinden verstehen und Sprachbarrieren durchbrechen zu können.